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Kapitel 3: Wanderruderfahrten

Arbeitsgemeinschaften - Rudern


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3. Wanderruderfahrten

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18. Wanderruderfahrt 2010 (29.6.-2.7.10) Storkow-Berlin


Der 1.Tag begann mit einer S-Bahnfahrt von Berlin/Schöneberg nach
Königs-Wusterhausen. Dort mussten wir, die 21 Schüler aus der 7. bis 11.Klasse  und die 3 Lehrer der Ruder-AG, noch 20min mit dem Bus fahren,
bis wir endlich in Storkow ankamen. Von der Bushaltestelle liefen wir noch ein Stück zum Storkower-Ruderverein. Die vier 4er namens Telemach, Windsbraut, Wiking und Weiße Rose, welche wir am Tag davor schon mit den Skulls und einigem Gepäck verladen hatten, lagen schon auf dem Gelände des Ruderverbands. Wir mussten die Boote nur noch  ablegebereit machen und freuten uns schon auf die Probefahrt, bei der wir überprüften, ob auch Alles funktionierte. Erst einmal sprangen wir jedoch wegen der großen Hitze (35°C) ins Wasser, bevor wir noch eine kleine Runde über den Großen Storkowersee ruderten.

Am nächsten Tag standen wir dann früh auf, bauten die Zelte ab und gingen zum Frühstückstisch, wo wir von den 3 Lehrern Herr Roth, Frau Möllers und Frau Raaber in die 4 Boote und den Tagesdienst eingeteilt wurden. Der Tagesdienst fuhr mit einem Auto zum nächsten Rastplatz vor und musste nebenbei noch einkaufen.
Wir ruderten los und nach einem Kilometer kam schon die erste Schleuse, die leider nicht funktionierte. Deswegen mussten wir 45min vor der Schleuse in der prallen Sonne warten, bis sie endlich repariert war und wir aus der Schleuse heraus rudern konnten. Eine Pause machten wir noch in Glossin und dann ruderten wir noch 18km, der insgesamt 30km zu unserem Schlafplatz bei Zernsdorf. Am Abend grillten wir und bauten die Zelte auf, in denen wir wieder übernachteten.

Der 3.Tag begann mit einem deftigen Frühstück und der Einteilung in die Boote.    Die Strecke, die uns bevorstand, war 18km lang. Nach 2 Pausen ruderten wir das letzte Stück unserer Etappe auf der Regattastrecke der Olympischen Spiele von 1936 in Grünau. Dort konnten wir entweder draußen zwischen den Tribünensitzen oder in einem großen Raum unter den Tribünen schlafen.
Die meisten von uns haben draußen geschlafen, doch davor gab es noch für jeden eine gelieferte Pizza.

Da wir erst um 24.00 Uhr auf den Isomatten lagen, war es am nächsten Morgen umso schwerer schon um 4.15 Uhr aufzustehen. Wir machten uns fertig und saßen schon um 5.00 Uhr in den Booten, da an diesem Tag die längste Strecke der Ruderwanderfahrt mit 48km vor uns lag. Es war sehr angenehm so früh morgens zu rudern, da um diese Zeit die Sonne noch nicht so stark schien. Die Hitze fing nach unserer ersten Pause an, bei der wir gefrühstückt hatten. Der zweite Rastplatz lag dann schon am Ullsteinhafen in Tempelhof, dort roch man endlich wieder die Berliner-Luft und wir aßen ein Eis. Es ging weiter durch den Teltowkanal in Richtung Klein-Machnower Schleuse, wo wir wieder eine kleine Pause einlegten. Nach dieser großen Schleuse mussten wir noch 12km bis zum Kleinen Wannsee rudern. Diese 12km kamen einem jedoch wegen der Anstrengung und Hitze (36°C) sehr lang vor. Als wir das Schild. „4 km zum kleinen Wannsee“ sahen, freuten wir uns und legten uns noch mal richtig ins Zeug. Am Bootshaus angekommen, machten wir noch die Boote sauber und gingen dann müde nach Hause.


Es war eine wunderschöne Ruderfahrt!!!

Katharina L. und Miriam K.

 

17. Wanderruderfahrt von Berlin nach Rathenow / Havel (6.-10.Juli 2009)



1. Tag: Mit vier 4ern (Weiße Rose, Telemach, Viktoria Ulrike, Wiking) sind wir bei strahlender Sonne, aber schlechter Wetterprognose, Montagmorgen am Bootshaus am Kleinen Wannsee gestartet. 21 Schülerinnen und Schüler aller Klassenstufen und drei Lehrer (Fr. Raber, Hr Lipecky, Hr Roth).

Nach zweijähriger Pause auf unserer "Hausstrecke" nach Rathenow, haben wir wieder mal rund 100 Flusskilometer vor uns.

Über den Großen Wannsee, vorbei an der Pfaueninsel, der Sakrower Kirche, Cäcilienhof geht es in den Sakrow-Paretzer-Kanal. Erst beim Abzweig nach Werder, stoßen wir wieder auf die eigentliche Havel, die wir zu Kanalbeginn verlassen hatten. Bis Ketzin, unserem ersten Ziel sind es ab hier nur noch wenige Kilometer, aber die Landschaft ist nach dem Kanal wieder abwechslungsreicher.

Beim "Seesport-Klub Ketzin" wurde extra für uns die angrenzende Wiese gemäht, sodass wir beliebig viel Platz für die zahlreichen Zelte haben. Es ist warm und die ersten "Ruderfahrttaufen" finden statt. In Ruhe können die Schäden des ersten Tages begutachtet und soweit möglich beseitigt werden. Nicht so bei dem Skull (Ruder), das einer der kräftigen Jungen beim Rudern auf Höhe der Dolle durchgebrochen hat. Irreparabel! Alle tippen eher auf Materialermüdung, als auf Lukas' Bärenkräfte. So muss also schon früh auf eines der zwei Reserveskulls zurück gegriffen werden.

Abends gibt es den jährlich verbesserten und verfeinerten "Rothschen Gemüseeintopf." Der gibt Kraft und schmeckt (mittlerweile). Wir sind immer mehr dazu übergegangen, selber zu kochen. Nur so, sind wir noch in der Lage, den Teilnehmerpreis seit 18 Jahren annähernd gleich zu halten.


"Weiße Rose", "Wiking", "Viktoria Ulrike", "Telemach"


2. Tag: Wieder bei herrlichster Sonne geht es durch ein kleines Insellabyrinth, Reste der alten Havel. Kleinere Seen und Altarme der Havel lassen uns kurzzeitig die Orientierung verlieren. Wir landen in einer Sackgasse und was wie eine neue Sackgasse aussieht, entpuppt sich dann als kleiner Wasserlauf, der uns durchs Gebüsch, direkt auf die Haupthavel führt.

Hier können wir erstmals an diesem Tag richtig Fahrt aufnehmen und unsere Viererformation löst sich schnell auf. Dafür fahren allzu schnelle Boote prompt an der versteckten Bucht vorbei, die ebenfalls Teil eines Havelaltarms ist, und wo wir unsere Pause verbringen wollen. Hier wird dann leider eine Besatzung bei der Weiterfahrt einen ihrer Paddelhaken vergessen. Unser Zweiter Materialverlust.

Bis Brandenburg/Havel ist es nicht mehr sehr weit, aber die Boote müssen sich vor der Einfahrt erneut treffen und aufeinander warten. Die Einfahrt ins Brandenburger Stadtgebiet bietet eine völlig neue und interessante Kulisse. Restaurierte historische und moderne Häuser stehen neben verfallenen Gebäuden aus Zeiten vom Mittelalter bis zur DDR.

Den abschließenden Höhepunkt bildet die Durchfahrt durch die Stadtschleuse. Ihre enge Schleusenkammer erfordert das ganze Können von Steuermann und Mannschaft. Sobald sich das untere Schleusentor tropfend hebt, fahren wir zwei Meter abgesenkt auf einem Zufahrtskanal wieder in die Haupthavel, unter der neuen "Europabrücke" stromaufwärts, 1,5 km bis zum "RC Brandenburg/Havel". Ein Verein mit gepflegten Sanitär- und Umkleideräumen und sehr guter Bootsausstattung... nur der Steg ist gewöhnungsbedürftig. Zwar muss man die Boote nicht rechtwinkelig um die Ecke tragen, wie es zwei unserer Mannschaften versucht haben, aber es bleibt dennoch eine elendigliche Tragerei.


Havel bei Sonne und Wolken (Schleuse Bahnitz)


3. Tag: Auch an diesem Morgen scheint wieder die Sonne zum Frühstück, dafür hat der Wind spürbar aufgefrischt. Wenige Kilometer nach Brandenburg wird das an Bedeutung gewinnen, wenn wir nämlich mit unseren offenen Booten den relativ großen Breitlingsee und den Plauer See diagonal überqueren müssen. Diese Seen mit ihren romantischen Vogelinseln, sind berüchtigt für ihre Wellenbildung. Nennenswerte Hindernisse stellen sich dem westwind am Ufer nicht in den Weg. Entsprechend bewegt wird die Überfahrt. Alle geben ihr Bestes und kommen stolz am Pausenpunkt an.

Der "RC Plaue" lässt uns auch dieses Mal seine Stege und Toiletten benutzen. Die Schüler können sich richtig erholen, frischen Proviant fassen, rumtoben und sich auf die zweite Tagesetappe einstimmen.

Landschaftlich lieblicher geht es dann dicht an Schilfgürteln auf der sich durch die Landschaft schlängelnden Havel vorbei. Kurz vor Ankunft am Campingplatz Pritzerbe ziehen dunkle Wolken am westlichen Horizont auf. Wir sind optimistisch, wollen wir doch heute Abend grillen! Balthasar unser Grillmaster, hat wieder seinen Anspruch auf diesen Titel angemeldet.

Zuvor sollen die Zelte aufgebaut werden. Leider bleibt niemand von den drei folgenden sintflutartigen Regenstürmen verschont. Zelte bleiben halb aufgebaut stehen, liegen auf dem Boden oder werden von den ganz Wagemutigen trotz der Wassermassen weiter aufgebaut. In den Regenpausen wird das Wasser vom Zelt gekippt und man kann fünf Minuten weiter arbeiten. Mit dem Regen fällt auch das Thermometer auf unsommerliche Temperaturen. Irgendwann steht aber auch das letzte Zelt und sogar der Regen verzieht sich.

Es wird  Ball gespielt (Interessierte finden zwei unserer Bälle im undurchdringlichen Schilfgürtel des Campingplatzes) und die "Ruderfahrtaufen" werden wieder intensiv aufgenommen. Der Eine oder Andere findet sich mit milder Gewalt in die Havel geworfen.

In der Zwischenzeit bereitet Frau Raber mit Sophia und Antonia unbeirrt vom Wetter, im trockenen Laderaum des Begleitfahrzeuges die Vorspeisen in Form von Rohkostplatten. Hier gilt nochmals der besondere Dank dem Förderverein unserer Schule, der dieses Jahr die Mietkosten für das Fahrzeug übernommen hat. Balthasar schmeißt den Grill an und Herr Roth rückt Fleisch und Würstchen raus. Es wird ein langer und schöner Grillabend.


Zu Gast beim RC Plaue.


4. Tag: Zum Frühstück werden extra mit der Fähre frische Brötchen geholt und mit drei Kuchen und 16 Kerzen wird Felix' Geburtstag gefeiert.

Dann bauen alle mehr oder weniger routiniert ihre Zelte ab und die Sonne zwischen den Wolkenfeldern verspricht uns eine trockene letzte Ruderetappe. Herr Lipecky hat Tagesdienst und grüßt bei unserer Vorbeifahrt von der Ketziner Fähre, mit einem Hupkonzert.

Nach 3 km erreichen wir die große Schleuse von Bahnitz. Unsere vier 4er sehen etwas verloren aus, in der Schleuse, die eigentlich für Europaschiffe (Schubverbände) gebaut ist. Aber alles klappt problemlos und bis zur Pause beim nicht mehr aktiven "TSV Chemie Premnitz/Milow" wird genussvoll gerudert und laut gesungen. In Milow geben dann Wassermelonen mit Schokokeksen den nötigen Kick, dass sich einige Boote auf den letzten Kilometern bis Rathenow ein kleines Sprintrennen liefern können. Wer hatte sich da wohl nicht genügend verausgaben können? Das muss in kommenden Jahren geändert werden.

Jedenfalls kommen alle vier Boote früher oder später, mit gut gelaunten Mannschaften beim "RK Wiking Rathenow" an. Die Boote werden gleich abgeriggert und für den Rücktransport am nächsten Tag vorbereitet.

Heute müssen die Zelte nicht wieder aufgebaut werden. Wir dürfen im Klubraum des "RK Wiking" auf dem Boden schlafen. Alle in einem Raum. Nicht nur für die Lehrer eine letzte große Herausforderung! Frau Raber sorgt vor allem mit Hilfe von Robert K. für das leibliche Wohl. Nicht eine Spaghetti bleibt im Topf zurück. Ein letzter Abendspaziergang der zufriedenen Lehrer durch die letzten schönen Teile von Rathenow und Kartenspielrunden auf dem Boden der Bootshalle von den Schülern.


17. Wanderruderfahrt Rathenow 2009


5. Tag: Die Nacht verlief wider Erwarten ruhig und erholsam. Lediglich bei Max, Tillman, Tim, Lilian und Felix bestand einiger Kontrollbedarf. Die Fünf hatten sich so eingebaut in ihrer Ecke, dass sie sich nicht mehr geräuschlos aus dem gemeinsamen Schlafraum davonschleichen konnten. Dumm gelaufen!

Am sonnigen Morgen waren alle wieder fit. Herr Roth und Herr Lipecky holten frische Schrippen für ein herrliches Frühstück in frischer Luft.

Den Höhepunkt bildete die improvisierte Verabschiedung von Herrn Lipecky. Er hatte die letzten fünf Jahre bis zu seinem Ruhestand am Schuljahresende mit Freude und Engagement die Riege mit geleitet. Das am ersten Tag durchgebrochene Skull bildete mit den Unterschriften aller Teilnehmer ein willkommenes Abschiedsgeschenk.

Pünktlich kam dann der Bootstrailer des "Schülerruderverband Berlin" (SRVB) aus Berlin, mit dem uns jedes Jahr die Boote zurück zum Bootshaus transportiert werden. Die anschließende Rückfahrt mit der Bahn zum Bootshaus am Kleinen Wannsee verlief ebenfalls problemlos. Die Boote wurden abgeladen und geputzt, Schäden wurden aufgenommen und an die Werkstatt zur Reparatur weitergeleitet. Das Wochenende konnte kommen und von den Sommerferien trennten uns nur noch 2 1/2 Schultage.

Das Fazit dieser 17. Wanderruderfahrt muss jeder selber ziehen. Den Lehrern  hat es jedoch wieder sehr gut gefallen. Jeder, der dabei war tat dies freiwillig. Deshalb gab es auch noch nie Probleme ernster Art. Die Gruppe verzeiht viel. Wir haben alle dazu gelernt. Max, Tillmann, Tim, Lilian und Felix, wie man sich leiser an der Aufsicht der Lehrer vorbei schleicht. Sophia, Antonia und Frau Raber, wie man trotz widrigster Wetterbedingungen tolle Gemüseplatten zaubert. Balthasar, wie man trotz drängelnder, verhungernder Mitruderer unter Einsatz seines Lebens den Grill verteidigt. Maha hat gelernt, wie man an Bojen vorbei steuert und Lukas, wie man Skulls durch pure Manneskraft beim Rudern zerbricht. Caspar hat gelernt, wie man Bälle auf nimmer Wiedersehen im Schilf der Havel versenkt und Niklas, wie man mit seinen Späßen seine Mitruderer gelegentlich zur Weißglut bringt. Jan-Philipp, Engin und sein Bruder Deniz, Paul, Denis B., Robert F. und Friedrike  haben gelernt, wie man die lauten Gesänge von Sophia, Antonia, Ilja und Herrn Roth beim Rudern mit guter Miene erträgt.

Obwohl die jährliche Fahrt keine Selbstverständlichkeit ist, darf man sich schon mal fragen, wo es 2010 hingehen könnte ... wenn Nichts dazwischen kommt.
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a) Vier Ruderlager im Jungen- bzw. Mädchenbootshaus: 1990-1994

b) 17 Wanderruderfahrten:

1.  1992 Rathenow
2.  1993 Beeskow
3.  1994 Lindow
4.  1995 Rathenow
5.  1996 Klein-Köris
6.  1997 Grünau
7.  1998 Werder
8.  1999 Havelberg
9.  2000 Lindow
10. 2001 Klein-Köris
11. 2003 Bad-Saarow
12. 2004 Rathenow
13. 2005 Rathenow
14. 2006 Rathenow
15. 2007 Storkow
16. 2008 Alt-Ruppin
17. 2009 Rathenow